Im Sommer 2024 ging es für mich zu einem weiteren Traumziel. Mit der AIDAsol ging es ab Hamburg am 9.6.2024 los in Richtung Norden. Auf uns warteten Naturwunder, raue Landschaften beeindruckende Fjorde, die Mitternachtssonne und die Polarkreisüberquerung.
Unsere Route:
Hamburg – Seetag – Kirkwall – Stornoway – Seetag – Reykjavík – Reykjavík – Ísafjörður – Akureyri – Seyðisfjörður – Seetag – Stavanger – Eidfjord – Seetag – Hamburg
Tag 1 – Hamburg – Anreise und Einschiffung

Ich nahm entspannt den morgendlichen Direktflug und erreichte Hamburg gegen 9 Uhr. Das Wetter zeigte sich von seiner eher bescheidenen Seite – grau und bewölkt. Dennoch ließ ich mir die Chance nicht entgehen, noch ein wenig durch die Stadt zu schlendern. Da wir dieses Mal vom Altona Cruise Center ablegten, war das Stadtzentrum sowie die Elbphilharmonie nicht weit entfernt. Außerdem bietet sich direkt ab dem Kreuzfahrtterminal die Möglichkeit, mit einer öffentlichen Fähre eine kleine Hafenrundfahrt zu machen – hierfür benötigt man lediglich ein normales HVV (ÖPNV)-Ticket. Auch die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie kann kostenlos besichtigt werden, und ist definitiv einen Besuch wert.

Ich hatte das Glück, von Eva ein wenig durch Hamburg geführt zu werden, da es ihre Heimat ist. So war bereits der Anreisetag von der ein oder anderen kleinen Entdeckung geprägt. Besonders empfehlenswert ist auch die „Touri-Fähre“ (Linie 72), die von den Landungsbrücken zur Elbphilharmonie fährt – hier ergeben sich super Fotomöglichkeiten auf die Elphi, wie ihr seht.

Bevor es am Abend schließlich „Sail Away“ hieß, begegneten wir noch der AIDAperla. Kapitän Felix Rothe begrüßte uns dabei persönlich und meinte augenzwinkernd, wir sollen der Perla doch einmal zeigen, was wir können. Im Anschluss machten auch wir uns auf den Weg. Das Auslaufen aus Hamburg war wie immer ein besonderes Erlebnis, vorbei am Treppenviertel und dem Flughafen Finkenwerder. Die vertraute Kulisse, die langsam an uns vorbeizieht, hat jedes Mal ihren eigenen Charme. Vor uns lag eine ruhige Überfahrt nach Kirkwall, begleitet von etwa ein bis zwei Metern Seegang und einem Seetag zur Einstimmung auf die Orkney-Inseln.
Tag 2 – Auf dem Weg nach Kirkwall
Ein Tag zum Auspacken, Ankommen und das Schiff in Ruhe genießen. Auch wenn die AIDAsol zu den kleineren AIDA-Schiffen gehört, bietet sie dennoch zahlreiche Möglichkeiten den Seetag abwechslungsreich zu gestalten. Ob eine Runde Shuffleboard an Deck, ein Sprung in den Pool, eine gemütliche Spielerunde, mit dem ein oder anderen Getränk an der Bar, oder einfach ein Spaziergang an Deck, um den endlosen Meerblick zu genießen. Zudem verfügt die AIDAsol über acht Restaurants, die zuverlässig für das leibliche Wohl sorgen. Besonders lecker ist es am Seetag beim Frühschoppen im Brauhaus. Dort lässt es sich bei guter Stimmung und Musik hervorragend essen und trinken. Wie üblich im Brauhaus sind Speisen auch während des Frühschoppens inkludiert und Getränke zu bezahlen, gelegentlich gibt es jedoch auch das ein oder andere Freibier. Auch die Bars lassen sich nicht lumpen. AIDA bietet in den kälteren Fahrtgebieten sowie auch hier alkoholische Heißgetränke an. Mit Meerblick schmeckt der Glühwein dann doch gleich noch besser 😊, auch Baraktionen wie Hot Lillet oder Heißer Apfelstrudel locken am Seetag.

Tag 3 – Kirkwall
Gegen 07:10 Uhr passierten wir das Helliar Holm Lighthouse, und gegen halb acht kam der Lotse an Bord. Um 08:00 Uhr lagen wir schließlich fest an der Pier. Bevor wir allerdings von Bord gehen durften, mussten wir noch den Facecheck der englischen Behörden passieren, da dies der erste Anlauf in England auf dieser Reise war. Für den Stopp am nächsten Tag in Stornoway sollte dieser Schritt dann immerhin nicht erneut notwendig sein.


Leider bildete sich eine Schlange, die sich über das gesamte Deck 10 zog – vom hinteren Treppenhaus durch die AIDA Bar bis hin durch die Lounge. Auf der anderen Seite befand sich dann schließlich der Facecheck. Immer wieder gab es Durchsagen zur Lage von Entertainmentmanager Dennie, der mit seinen humorvollen Kommentaren versuchte, die Stimmung aufzulockern und die Gäste bei Laune zu halten.
Sehr positiv war dabei die hohe Präsenz der Crew und zahlreicher Offiziere, die sich laufend bei den Gästen erkundigten, ob alles in Ordnung sei, ob eine gebuchte Tour bestand oder ob Getränke benötigt würden. Bedauerlicherweise hatte die Behörde jedoch nur zwei Beamte für knapp 2.000 Gäste entsandt, was zu den langen Wartezeiten führte. Auch Kapitän Felix Rothe entschuldigte sich mehrfach für die Unannehmlichkeiten und erklärte, dass man darauf ungünstigerweise keinen Einfluss habe. Das Schiff werde mit der entsprechenden Passagieranzahl vorangemeldet, alles Weitere liege in der Verantwortung der Behörden.
Anschließend ging es mit dem kostenfreien Shuttlebus, der vom Hafen bereitgestellt wurde, ins Stadtzentrum von Kirkwall. Dort besuchten wir die St. Magnus Cathedral sowie das historische Earl’s Palace, eine eindrucksvolle Burgruine aus dem 17. Jahrhundert. Ebenfalls sehenswert ist die kleine St Olaf’s Church.
Ansonsten kann man in Kirkwall wunderbar spazieren gehen und die typischen englisch-schottischen Häuschen bestaunen, darunter auch die ein oder andere besondere Bauweise aus Naturstein. Zudem lädt das Orkney Museum dazu ein, mehr über die Geschichte und Kultur der Orkney-Inseln zu erfahren.





Am Nachmittag stand für uns noch ein organisierter AIDA-Ausflug zu den beeindruckenden Yesnaby Cliffs und zum UNESCO-Weltkulturerbe Skara Brae auf dem Programm.
Zuerst ging es für uns nach Skara Brae, einer über 5.000 Jahre alten Siedlung auf den Orkney-Inseln und heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Heart of Neolithic Orkney“. Die Anlage gilt als eines der am besten erhaltenen steinzeitlichen Dörfer Europas und ist sogar älter als Stonehenge oder die Pyramiden von Gizeh. Entdeckt wurde Skara Brae erst im Jahr 1850, nachdem ein schwerer Sturm Teile der unter Sanddünen verborgenen Siedlung freigelegt hatte. Die Häuser bestanden vollständig aus Stein, und waren durch kleine Gänge miteinander verbunden.



Weiter ging es zu dem Yesnaby Cliffs welche zu den schönsten Küstenlandschaften der Orkney-Inseln zählen. Gewaltige, steil ins Meer abfallende Felsen prägen dort die Atlantikküste. Besonders beeindruckend sind die geschichteten Sandsteinfelsen, die durch Wind und Wellen über Jahrtausende geformt wurden. Auch die Beobachtung von zahlreichen Vögeln ist hier möglich.

Zurück an Bord hieß es erst einmal aufwärmen und stärken, bevor wenig später die „Sail Away“-Melodie wieder über die Decks erklang. Langsam verließ die AIDAsol den Hafen von Kirkwall und passierte erneut das Helliar Holm Lighthouse. Mit einem heißen Glühwein in der Hand genossen wir das Auslaufen und die letzten Blicke auf die raue Küstenlandschaft, während das Schiff Kurs auf unser nächstes Ziel nahm: Stornoway auf der Isle of Lewis.



Tag 4 – Stornoway
Die nächtliche Überfahrt verlief ruhig, und am Morgen wurden wir im Hafen auf traditionelle Weise begrüßt – in meinem Fall sogar geweckt, und zwar mit Dudelsackmusik. Dieses Spektakel konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, also ging ich schnell auf den Balkon. Zur Orientierung Wir hatten hier angelegt:

Nach dem Frühstück gingen wir von Bord und machten uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Direkt von der Pier aus führt ein sehr schöner Spazierweg durch die grüne Landschaft von Stornoway in die Stadt, alternativ gibt es auch hier wieder kostenlose Shuttlebusse. Nach etwa 45 Minuten erreicht man bereits das Schloss, und weitere rund 15 – 20 Minuten später erreicht man das Stadtzentrum.


Das Schloss, welches man dabei passiert, ist das bekannte Lews Castle. Es wurde im 19. Jahrhundert im viktorianischen Stil für Sir James Matheson erbaut, der die Insel damals maßgeblich prägte. Später ging das Anwesen in den Besitz von Lord Leverhulme über, der große Pläne für die wirtschaftliche Entwicklung der Insel hatte. Heute ist das Schloss restauriert und beherbergt unter anderem ein Hotel sowie Ausstellungen zur Geschichte der Isle of Lewis. Das Erdgeschoß kann kostenlos besichtigt werden die oberen Stockwerke sind im Vergleich dazu nur Hotelgästen zugänglich.





Architektonisch wirkt das Gebäude eindrucksvoll und historisch zugleich. Auch im Stadtbild von Stornoway selbst findet man diesen Charakter wieder. Stornoway selbst hat zwar keine großen weltbekannten Sehenswürdigkeiten, ist aber dennoch absolut sehenswert. Gerade das entspannte schottische Flair macht den Ort besonders, hier kann man einfach gemütlich durch die Straßen bummeln, oder die ruhige Atmosphäre im Grünen genießen. Zwischen Schloss und Stadtzentrum laden zahlreiche Grünflächen mit Bänken und teilweise sogar kleinen Spielplätzen zum Verweilen und Entspannen ein. Der Hafen zeigt noch heute die enge Verbindung zur Fischerei und zum Meer, Fischerboote und kleinere Arbeitskutter prägen das Bild. Statt großer Touristenattraktionen findet man hier vor allem das echte Inselleben mit kleinen Geschäften, Cafés und alltäglichem Treiben. Mich persönlich hat die Stadt stellenweise ein wenig an das Jugendstilviertel in Ålesund erinnert. Falls euch das interessiert, schaut gerne auch in meinen Beitrag über Norwegens Fjorde mit AIDAperla vorbei.




Nach unserer Rückkehr und einer entspannten Whirlpoolrunde war es auch schon wieder Zeit abzulegen. Weiter geht es nun über einen Seetag endlich nach Island, nämlich nach Reykjavík. Für die Überfahrt sind etwa 2 -3 Meter Seegang vorhergesagt, auf dem Nordatlantik also noch absolut im normalen Bereich. Gerade moderne Kreuzfahrtschiffe gleichen solche Bewegungen durch ihre Stabilisatoren meist sehr gut aus, auch wenn man diese zeitweise natürlich leicht arbeiten spürt.
Tag 5 – Auf dem Weg nach Reykjavík

Nach den ersten 2 Häfen ist erstmal wieder Zeit zum Ausruhen und zum gemütlichen Lümmeln in der Hängematte, dass darf an einem Seetag schlichtweg nicht fehlen, wenn man schon eine Balkonkabine gebucht hat 😊. Während draußen der Nordatlantik vorbeizieht, und die frische Meeresluft für echte Entschleunigung sorgt, gibt es kaum einen besseren Ort zum Abschalten. Noch unsicher, welche Kabine es bei eurer Reise werden soll? Schaut gerne im Beitrag Erste AIDA-Kreuzfahrt – Tipps und Tricks für Einsteiger vorbei sowie auch in meinem AIDA – Kabinenguide. Dort findet ihr viele hilfreiche Tipps rund um Kabinenwahl, Lage, Vor- und Nachteile der verschiedenen Kategorien und worauf ihr bei der Buchung achten solltet.
Gegen 10 Uhr berichtete Kapitän Felix Rothe vom Fortschritt der Strecke, sowie Aktuellem zum Wetter. Außerdem informierte er darüber, dass uns nun die 1. wirklich kurze Nacht bevorstand. Die Sonne sollte nur für wenige Stunden untergehen, bevor es bereits wieder hell wird. Und wie es der Zufall wollte wachte ich tatsächlich zufällig gegen 4 Uhr morgens auf und konnte diesen tollen Ausblick auf dem Balkon genießen. Ich rollte mich mit einer Decke gemütlich in der Hängematte ein und genoss die frühen Morgenstunden wie noch nie.

Tag 6 – Reykjavík
Gegen 11:30 liefen wir in den Hafen ein (Liegeplatz Skarfabakki). Unser Plan für heute per E – Scooter in die Stadt und am Abend ein gebuchter AIDA Ausflug in die Sky Lagoon, ein natürlicher Infinity Pool. Im Anschluss stand noch eine Stadtrundfahrt bevor. Das Stadtzentrum ist ca. 4 km entfernt, und es gibt gut ausgebaute Radwege entlang der Küste. Auch in Reykjavík zeigen sich die typischen bunten nordischen Holzhäuschen wie üblich in den nordischen Ländern.






Unsere nächste Station ist die Kirche Hallgrímskirkja. Die Hallgrímskirkja in Reykjavík ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Islands. Die markante Kirche wurde vom isländischen Architekten Guðjón Samúelsson entworfen, und erinnert in ihrer Form an die typischen Basaltsäulen, die man in der isländischen Natur findet. Mit ihren rund 74 Metern Höhe ist sie das höchste Kirchengebäude des Landes und prägt die Skyline von Reykjavík deutlich.
Besonders beliebt ist der Turm der Hallgrímskirkja. Von oben hat man einen beeindruckenden Panoramablick über die Stadt, das Meer und die umliegenden Berge. Die Kirche selbst kann kostenlos besichtigt werden, der Turm ist jedoch kostenpflichtig. Je nach Jahreszeit gelten unterschiedliche Öffnungszeiten:
Sommer (Mitte Mai bis August): täglich von 09:00 bis 21:00 Uhr
Winter (September bis Mitte Mai): täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr
Der Turm ist während Gottesdiensten (üblicherwiese sonntags 10:30–12:15 Uhr) sowie bei besonderen Veranstaltungen geschlossen.
Eintritt (nur Turm):
- Kinder unter 7 Jahren: kostenlos
- Kinder 7–16 Jahre: ca. 100–200 ISK
- Erwachsene: ca. 1.400 ISK (rund 9,40 €)
Stand Juni 2024



Vor der Kirche steht die markante Statue von Leif Eriksson, einem der bekanntesten Entdecker der nordischen Geschichte. Sie wurde 1930 als Geschenk der Vereinigten Staaten an Island zum 1000-jährigen Jubiläum des isländischen Parlaments Althingi übergeben. Die Statue zeigt Leif Eriksson in voller Rüstung und erinnert an seine Rolle als einer der ersten Europäer, die um das Jahr 1000 vermutlich Nordamerika erreichten – lange vor Kolumbus.
Weiter ging es anschließend in das größte Museum Islands, das Perlan. Das markante Gebäude thront auf einem Hügel über Reykjavík. Im Inneren erwartet Besucher eine Ausstellung rund um die Natur Islands, von Vulkanen und Erdbeben bis hin zu Gletschern und Nordlichtern. Besonders beeindruckend fand ich die ganzjährig begehbare Eishöhle, in der echtes Gletschereis nachgebildet wurde.



Desweiteren gibt es interaktive Ausstellungen, die die geologischen Kräfte Islands anschaulich erklären. Das Museum veranschaulicht außerdem sehr eindrucksvoll, wie sich die Gletscher Islands in den kommenden Jahrzehnten entwickeln könnten. Im Fokus steht dabei vor allem der Klimawandel und dessen direkte Auswirkungen auf die arktische Landschaft. Anhand von Modellen, Simulationen und interaktiven Displays wird gezeigt, wie stark die Gletscher in den letzten Jahrzehnten bereits geschmolzen sind und welche Veränderungen in der Zukunft zu erwarten sind. Besonders deutlich wird dabei, dass viele der heute noch beeindruckenden Eisflächen ohne deutliche Klimaveränderungen weiter rapide zurückgehen werden.
Des Weiteren gab es eine kurze Planetarium-Show rund um die Nordlichter, auch genannt Aurora Borealis. Dabei wurde erklärt, wie dieses Naturphänomen entsteht, nämlich durch geladene Teilchen der Sonne, die auf das Magnetfeld der Erde treffen und dabei in der Atmosphäre zum Leuchten gebracht werden.

Außerdem wurde gezeigt, warum die Nordlichter in den Polarregionen besonders häufig auftreten und unter welchen Bedingungen sie am besten zu beobachten sind. Klare, dunkle Nächte fernab von Lichtverschmutzung, eine hohe Sonnenaktivität und ein freier Blick zum Himmel sind dabei entscheidend. Auch die beste Reisezeit und typische Beobachtungsorte in Island wurden anschaulich dargestellt. Im oberen Stockwerk befindet sich außerdem eine große Aussichtsplattform mit 360-Grad-Blick über Reykjavík und die umliegende Landschaft, bei klarer Sicht bis aufs Meer und in die Berge. Auch der City Flughafen von Reykjavík kann von hier aus super beobachtet werden.



Am Rückweg zum Schiff machten wir noch einen kurzen Halt bei der Sun Voyager, einem der bekanntesten Kunstwerke in Reykjavík. Die skulpturartige Stahlkonstruktion steht direkt an der Uferpromenade und erinnert auf den ersten Blick an ein Wikingerschiff. Die Arbeit des isländischen Künstlers Jón Gunnar Árnason wurde 1990 enthüllt, ein Jahr nach seinem Tod. Entgegen der oft angenommenen Bedeutung handelt es sich jedoch nicht um ein klassisches Wikingerschiff, sondern vielmehr um ein „Traumschiff“ – ein Symbol für Hoffnung, Fortschritt und die Sehnsucht nach neuen Entdeckungen.

Zurück am Schiff nach einem leckeren Mittagessen im Best Burger@Sea, ging es nun in die Sky Lagoon. Ein Ausflug der den Tag perfekt abrundete und das Wetter spielte obendrein mit. Die Sky Lagoon ist eine Thermalbad-Anlage direkt an der Küste nahe Reykjavík, welche vor allem für ihre spektakuläre Lage am Atlantik bekannt ist. Der riesige Infinity-Pool ist so gestaltet, dass das warme Wasser optisch nahtlos ins Meer übergeht. Das Wasser wird geothermisch beheizt und hat ganzjährig angenehme Temperaturen von etwa 38 bis 40 °C.
Die Sky Lagoon ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch bei den Einheimischen fest im Alltag verankert. Thermalbäder haben in Island eine ähnliche Rolle wie bei uns vielleicht ein gemütlicher Besuch in einer Bar oder einem Café Ein Ort, an dem man sich trifft, miteinander spricht und einfach entspannt Zeit verbringt. Besonders nach der Arbeit bzw. am Abend kommen viele Isländer hierher, um den Tag ruhig ausklingen zu lassen.
Wer möchte, kann zusätzlich das bekannte 7-Step Skjól Ritual erleben:⬇️
1.) Ylur – Wärme
Entspanne in der Sauna mit traumhaftem Meerblick. Die isländische Saunakultur verbindet Ruhe, Wärme und Naturerlebnis.
2.) Kuldi – Kälte
Das kalte Tauchbecken belebt Körper und Sinne – inspiriert von traditionellen isländischen Quellen.
3.) Ylur – Wärme
Zurück in die wohltuende Wärme der Sauna mit Blick auf den Atlantik.
4.) Súld – Nieselregen
Ein kühler Nebel erfrischt nach der Sauna und bringt den Körper wieder ins Gleichgewicht.
5.) Mýkt – Sanftheit
Ein mineralisches Körperpeeling reinigt und pflegt die Haut intensiv.
6.) Gufa – Dampf
Der warme Dampf öffnet die Poren und lässt die Pflege optimal einwirken.
7.) Saft – Elixier
Zum Abschluss gibt es einen isländischen Krähenbeeren-Drink als erfrischenden Ausklang des Rituals.

Im Anschluss stoppte der Ausflugsbus nochmal an der Hallgrímskirkja bevor es zurück zum Schiff ging. Ein kurzes Abendfoto der Kirche ging sich noch aus.

Gegen 23 Uhr waren wir wieder zurück an Board, und noch im Ausflugsbus kam die Info es gäbe auf dem Pooldeck für alle die Hunger haben nordische Eintöpfe. Eine sehr schöne Überraschung, welche von vielen Gästen genutzt wurde. So konnte der gefühlt nie endende Sonnenuntergang an Deck mit gefülltem Magen beobachtet werden. Und so mussten auch alle späten Rückkehrer nicht hungrig ins Bett gehen.


Und mit diesen zwei Fotos endet mein Tag in Reykjavík kurz nach Mitternacht. Beeindruckend, wie lange es hier hell bleibt. Ich war gespannt auf die nächsten Tage, die Überquerung des Polarkreises sowie die Mitternachtssonne.
Tag 7 – Reykjavík
Für heute hatten wir die große Golden-Circle-Tour geplant, die wir allerdings über GetYourGuide und nicht über AIDA gebucht hatten, da die Inhalte identisch waren, der Ausflug bei AIDA jedoch rund 100 € teurer gewesen wäre.
Als erstes ging es zum Kerið-Vulkankrater, wo wir etwa 20 Minuten Zeit hatten, einmal rund um den Kraterrand zu gehen, und den Blick in den leuchtend blauen See im Inneren zu genießen. Der Krater ist etwa 3.000 Jahre alt und entstand nicht durch eine Explosion, sondern durch den Einsturz einer unterirdischen Magmakammer.


Anschließend führte uns der Ausflug zum Gullfoss-Wasserfall, einem der bekanntesten Wasserfälle Islands. Der Name bedeutet „Goldener Wasserfall“, vermutlich wegen des Regenbogens, der sich bei Sonnenschein oft im Sprühnebel bildet. Der Wasserfall liegt am Fluss Hvítá River und stürzt in zwei Stufen insgesamt etwa 32 Meter tief in eine enge, dramatische Schlucht. Es gibt gut ausgebaute Wege und mehrere Aussichtspunkte, von denen man Gullfoss aus unterschiedlichen Perspektiven sehen kann. An windigen Tagen kann der Sprühnebel so stark sein, dass man komplett durchnässt wird, selbst auf den oberen Plattformen. Historisch war der Wasserfall sogar mal Teil eines Staudammprojekts, wurde aber durch den Einsatz der Umweltschützerin Sigríður Tómasdóttir unter Naturschutz gestellt.




Am Weg zum nächsten Highlight machten wir noch einen kurzen Stopp, wo wir Isländerpferde sehen konnten, und sie sogar streicheln durften. Diese Pferde sind besonders klein, robust und haben ein sehr dichtes Fell, dass sie perfekt an das raue Klima in Island anpasst. Außerdem beherschen sie neben Schritt, Trab und Galopp auch den einzigartigen Tölt, einen besonders ruhigen und gleichmäßigen Gang.

Danach ging es ins Geysir-Geothermalgebiet im Haukadalur-Tal. Dort verbrachten wir etwa 80 Minuten. Hier kann der aktive Strokkur, der regelmäßig alle paar Minuten ausbricht und dabei eine bis zu 30 Meter hohe Wasserfontäne in die Luft schießt, beobachtet werden. Geysire sind heiße Quellen, die entstehen, weil Regen- oder Grundwasser tief in die Erde einsickert, dort durch heißes Gestein stark erhitzt wird und sich unter Druck sammelt. Wenn der Druck groß genug ist, wird das Wasser plötzlich nach oben gedrückt und schießt als Fontäne heraus.



Den Abschluss bildete der Þingvellir-Nationalpark, wo wir rund 45 Minuten Zeit hatten. Der Ort ist nicht nur geologisch einzigartig, da hier die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte auseinanderdriften und dadurch beeindruckende Felsspalten und Schluchten entstanden sind, sondern besitzt auch große historische Bedeutung als ehemalige Versammlungsstätte des isländischen Parlaments.





Gegen 18 Uhr legte AIDAsol ab bei besten Wetter und Sonnenschein ab. Am meisten hat mich eindeutig der Gullfoss Wasserfall fasziniert und ich freute mich auf weitere schöne Natur und Wasserfälle.



Tag 8 – Ísafjörður
Gegen 7 Uhr erreichten wir Ísafjörður und hier lag tatsächlich Schnee auf den Bergen, dementsprechend war heue eindeutig wärmere Kleidung angesagt. Auch der Nebel hing noch relativ tief über den Berggipfeln. Für heute hatten wir eine Getyourguide Tour zum berühmten Dynjandi Wasserfall gebucht.

Direkt an der Cruise Pier erwartete uns bereits unser Guide mit dem Bus, der sogar dafür ausgestattet gewesen wäre, über Gletscher zu fahren. Wir fuhren allerdings ganz normal durch die Tunnel. Nach etwa 40 bis 50 Minuten Fahrt machten wir Halt auf einem isländischen Bauernhof, wo wir mit dem traditionellen Kuchen „Happy Marriage Cake“ – auf Isländisch „Hjónabandssæla“ – verwöhnt wurden. Dabei handelt es sich um einen typisch isländischen Rhabarberkuchen mit Mürbeteig und süßer Marmeladenfüllung. Auch hier beeindruckte die wunderschöne Landschaft, besonders bei diesem traumhaften Wetter. Die Besitzer erzählten außerdem, dass sie im Winter durch Schnee und Stürme teilweise von der Außenwelt abgeschnitten sind, und deshalb regelmäßig entsprechende Vorkehrungen treffen müssten. Außerdem gab es einige Tiere zu sehen und zu streicheln, darunter auch kleine Lämmer.


Anschließend ging es weiter zum Dynjandi, wo wir Stück für Stück entlang eines Weges nach oben wandern konnten. Der Wasserfall besteht aus mehreren Kaskaden und wirkt wie ein riesiger, sich nach unten verbreiternder Vorhang aus Wasser. Historisch ist die Region der Westfjorde (Ísafjarðardjúp) seit Jahrhunderten dünn besiedelt und stark von Fischerei und Landwirtschaft geprägt. Dynjandi selbst wurde früher auch „Fjallfoss“ genannt und gilt bis heute als eines der wichtigsten Naturwahrzeichen der Region.





Obwohl wir hier gar nicht weg wollten war es irgendwann wieder Zeit zurück zum Schiff zu fahren. Ein Zusatzstopp an einer Aussichtsplattform sowie eine wunderbare Landschaftsfahrt war immerhin der Trost. Danach erstmal an Bord stärken bevor noch das Dorf selbst entdeckt wird.



Ein kurzer Spaziergang bei bestem Wetter durch das kleine Örtchen zeigt auch hier wieder den angenehmen nordischen Charme – alles ruhig, kleine bunte Häuschen links und rechts, die Berge und wenig Verkehr – einfach herrlich. Immer wieder gab es einladende Grünflächen und Bänke zum Verweilen und Genießen der Landschaft. Ísafjörður gehört zu den ältesten und am längsten besiedelten Orten der Westfjorde. Aufgrund der abgelegenen Lage war die Stadt über Jahrhunderte stark von Fischerei geprägt und entwickelte sich zu einem wichtigen Handels- und Versorgungszentrum für die umliegenden Fjorde.





Gegen 18 Uhr hieß es schließlich Servus Ísafjörður. Und als hätte es das Wetter gewusst, hat sich auch das gute Wetter mit uns gemeinsam aus dem Staub gemacht, während wir den Fjord entlang schipperten. Wir genossen die Ausfahrt denn dieses Panorama sieht man eindeutig nicht alle Tage…



Tag 9 – Akureyri
Willkommen in Akureyri! Heute hatte ich am Vormittag Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, bevor es am Nachmittag mit einem AIDA-Ausflug zum berühmten Goðafoss ging. Akureyri wird oft als „Hauptstadt des Nordens“ bezeichnet und liegt malerisch am Ende des Eyjafjörður-Fjords. Trotz ihrer überschaubaren Größe bietet die Stadt eine charmante Mischung aus gemütlichen Holzhäuschen, kleinen Cafés und einer entspannten nordischen Atmosphäre. Desweiteren ist Akureyri bekannt für die Herzchen-Ampeln, ein kleines, aber sehr sympathisches Detail, das sofort auffällt. Bei einem Spaziergang durch die Straßen entdeckt man immer wieder liebevoll erhaltene Holzhäuser, die den typisch nordischen Charme widerspiegeln. Ein kleiner Tipp meinerseits: Den Spaziergang kann man wunderbar mit der Akureyrarkirkja (Bild 3 oben) abschließen. Die Akureyrarkirkja steht erhöht auf einem Hügel und ist schon von weitem sichtbar. Besonders auffällig ist die breite Treppe, die zur Kirche hinaufführt, sowie das große Buntglasfenster im Inneren, das biblische und historische Szenen Islands darstellt. An diesem Tag hatte die Kirche allerdings leider aufgrund von Arbeiten geschlossen. Naja, da muss man wohl nochmal wiederkommen.





Nach dem Mittagessen ging es also endlich mit dem Ausflug los. Ein lustiger Zufall: Meine Gruppe hatte eine österreichische Reiseleiterin aus meiner Heimat Wien – damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Sie lebt allerdings schon seit mehreren Jahrzehnten dauerhaft in Island und kennt das Land entsprechend gut.
Der Ausflug führte uns zuerst zum berühmten Goðafoss. Vor Ort hatten wir etwa 40 Minuten Freizeit, um den Wasserfall aus verschiedenen Perspektiven zu bestaunen und entlang der Wege am Wasser zu spazieren. Die gut ausgebauten Pfade laden dazu ein, ganz gemütlich am Fluss entlangzugehen und immer wieder neue Blickwinkel auf den Goðafoss zu genießen




Der Goðafoss ist nicht nur einer der bekanntesten Wasserfälle Islands, sondern auch eng mit einem wichtigen Kapitel der isländischen Geschichte verbunden. Sein Name bedeutet „Wasserfall der Götter“ und genau daraus ergibt sich die berühmte Legende: Um das Jahr 1000 n. Chr. stand Island vor einer religiösen Zeitenwende. Der Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði soll damals entschieden haben, dass das Christentum offiziell angenommen wird, um Konflikte im Land zu vermeiden. Nach dieser Entscheidung, so die Überlieferung, kehrte er nach Hause zurück und warf seine heidnischen Götterstatuen in den Wasserfall. Seitdem trägt der Ort den Namen „Goðafoss“ – als Symbol für den Übergang von der alten nordischen Glaubenswelt zum Christentum.
Nach dem Besuch am Goðafoss ging es für uns weiter in den botanischen Garten, bevor wir wieder zurück zum Schiff mussten – schließlich stand schon bald die Weiterfahrt nach Seyðisfjörður an. Der Besuch führte uns in den Akureyri Botanical Garden, einen der nördlichsten botanischen Gärten der Welt. Trotz der Lage nahe am Polarkreis überrascht die Anlage mit einer unglaublichen Vielfalt an Pflanzen. Der Garten wurde bereits 1912 angelegt und zeigt eindrucksvoll, welche Arten auch unter rauen klimatischen Bedingungen gedeihen können. Besonders spannend ist die Mischung aus heimischer arktischer Vegetation und Pflanzen aus deutlich milderen Regionen.Unsere Zeit war hier jedoch mit 15 Minuten leider etwas knapp bemessen.




Pünktlich um 20 Uhr hieß es dann wieder „Sail away“ – und erneut begleitete uns die Sonne aus dem Fjord hinaus. Diese beeindruckende Kulisse bei jedem Ein- und Auslaufen macht einfach unglaublich viel her und hatte ich in dieser Intensität so nicht erwartet. Langsam glitt das Schiff durch das ruhige Wasser, während die Berglandschaft im warmen Licht der Sonne vorbeizog. Es ist genau dieser Moment, der eine Kreuzfahrt in Island so besonders macht: Natur, Ruhe und diese fast schon unwirkliche Stimmung zwischen Licht und Landschaft.




Für heute Abend bzw Nacht stand allerdings noch einiges auf den Programm gegen 23:30 sollten wir heute den Polarkreis überqueren und heute Nacht herrscht auf dieser Strecke MItternachtssonne. Dementsprechend wird die Sonne heute nicht für uns untergehen. Ich habe euch hier ein paar fotos hochgeladen mit den entsprechenden Zeitstempel. Definitv eine Nacht zum durchfeiern 😊. In der Anytime Bar hängen nun sogar Vorhänge vor den Fenstern damit die Disco Lichter dennoch zum Vorschein kommen 😂.



Tag 10 – Seyðisfjörður

Guten Morgen aus Seyðisfjörður, der letzten Island-Station dieser Reise. Heute ging es mit einem GetYourGuide-Ausflug zur beeindruckenden Stuðlagil-Schlucht und zum Gufufoss. Der Weg dorthin führte uns durch Ostisland. Wir stoppten allerdings auf Empfehlung unserer Guidin außerplanmäßig nach ca 80 Minuten an einem nicht allzu bekannten aber tollen Wasserfall.


Während der Fahrt ging es auf und ab und so kamen wir tatsächlich auch in Gebiete wo wie man sieht tatsächlich Schnee lag. Wir dachten nur Schnee und das im Juni! Wie verrückt!

Angekommen an der Schlucht hatten wir nun etwa eine Stunde Zeit, um die Basaltsäulen und den türkisfarbenen Gletscherfluss zu besichtigen. Eine lange Treppe mit rund 250 Stufen führt hinab in die Schlucht zu einer Aussichtsplattform. Basaltsäulen sind natürliche, meist sechseckige Gesteinspfeiler, die entstehen, wenn Lava langsam abkühlt und dabei Risse in regelmäßigen Mustern bildet.



Weiter ging es anschließend zum Gufufoss, einem der schönsten und zugleich eher unbekannten Wasserfälle Ostislands. Mit einer Fallhöhe von rund 27 Metern erinnert er viele Besucher an den berühmten Skógafoss im Süden Islands – nur deutlich ruhiger und ohne die großen Menschenmengen. Der Name „Gufufoss“ bedeutet übersetzt etwa „Dampfwasserfall“ und geht auf die feine Gischt zurück, die sich rund um die herabstürzenden Wassermassen bildet. Der Wasserfall liegt direkt am Fluss Fjarðará und war über viele Jahre vor allem den Einheimischen bekannt. Erst mit dem zunehmenden Tourismus in Seyðisfjörður rückte dieses versteckte Naturjuwel stärker in den Fokus.


Nach diesem letzten Stopp und dem Genuss der beeindruckenden Landschaft Ostislands machten wir uns schließlich auf den Rückweg nach Seyðisfjörður. Am Schiff angekommen, wollten wir das kleine Örtchen noch auf eigene Faust erkunden, bevor es schließlich „Servus Island“ hieß und wir Kurs auf Norwegen nahmen.
Seyðisfjörður gilt mit seinen rund 700 Einwohnern als einer der charmantesten Orte Islands. Der Ort liegt malerisch am Ende eines schmalen Fjords und ist von hohen Bergen und mehreren Wasserfällen umgeben. Durch seine Lage war Seyðisfjörður lange Zeit ein wichtiges Tor zur Außenwelt – bis heute legt hier die Fähre aus Europa an. Besonders bekannt ist die kleine Stadt für ihre bunte Regenbogenstraße, die zur markanten blauen Kirche Seyðisfjarðarkirkja führt. Die farbenfrohen Streifen wurden ursprünglich als Zeichen für Vielfalt, Toleranz und die Unterstützung der LGBTQ+-Community auf die Straße gemalt und sind inzwischen zu einem der beliebtesten Fotomotive Islands geworden. Auch hier prägen die zahlreichen bunten Holzhäuser das Ortsbild. Manche stammen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und wurden aus vorgefertigten Holzelementen aus Norwegen importiert. Sie verleihen Seyðisfjörður einen besonderen Charme und unterscheiden den Ort von anderen isländischen Siedlungen.





Um 20:00 Uhr hieß es dann endgültig: Leinen los – Servus, Island!
Kurz vor dem Auslaufen meldete sich noch einmal Kapitän Felix Rothe zu Wort. Er erzählte, dass er in seiner gesamten Karriere auf dieser Route noch nie 5 Tage am Stück so gutes Wetter in Island erlebt habe. Da müssten wohl alle Passagiere besonders brav aufgegessen haben. 😊 Ganz ohne Wetterumschwung sollte die Weiterreise aber nicht bleiben. Ein Tiefdruckgebiet bewegte sich bereits auf den Osten Islands zu, weshalb man bemüht war, Seyðisfjörður zügig zu verlassen und dem schlechteren Wetter möglichst davonzufahren.


Und tatsächlich: Fünf Tage lang nahezu perfektes Wetter und das so weit im Norden, da kann man wirklich nicht meckern. Wir genossen das Auslaufen noch bei trockenen Bedingungen und verabschiedeten uns ein letztes Mal von der beeindruckenden Kulisse Islands. Doch je weiter wir den Fjord hinter uns ließen, desto dichter wurden die Wolken. Der Wind nahm spürbar zu und schließlich setzte auch der Regen ein. Den schönsten Teil des Auslaufens hatten wir aber noch trocken erlebt. So ließen wir den Abend ganz entspannt im Schiffsinneren ausklingen, erfüllt von vielen unvergesslichen Eindrücken und dankbar für vier außergewöhnliche Tage auf der Insel aus Feuer und Eis.




Tag 11 – Auf dem Weg nach Stavanger
Heute stand ein gemütlicher Seetag auf dem Programm, während wir uns langsam wieder in Richtung Deutschland bewegten. Das Wetter zeigte sich dabei leider eher von seiner bescheidenen Seite – viel Wind, graue Wolken und immer wieder Regenschauer. Doch davon ließen wir uns die gute Laune natürlich nicht verderben.
Eine Runde im Whirlpool durfte trotz des Wetters nicht fehlen. Frei nach dem Motto: „Nur die Harten kommen in den Garten.“ Oder in diesem Fall: nur die Harten gehen bei Regen in den Whirlpool. 😄 Tatsächlich hat es seinen ganz eigenen Reiz, im warmen Wasser zu sitzen, während draußen die frische Seeluft um die Nase weht. Zum anschließenden Mittagessen zog es uns heute in das Spezialitätenrestaurant „Best Burger @ Sea“, eine leckere Stärkung für den weiteren Seetag.


Am Abend wurde es dann noch einmal unterhaltsam im Theatrium. Bei „Backbord vs. Steuerbord“ traten die beiden „Seiten“ des Schiffes gegeneinander an und sorgten mit verschiedenen Spielen und Aufgaben für jede Menge Stimmung und Gelächter. Diese Veranstaltung habe ich euch bereits im Beitrag Taufreise mit AIDAcosma ausführlich vorgestellt.
Für „Backbord vs. Steuerbord“ wird das Publikum im Studio in zwei Teams eingeteilt:
- Team Backbord
- Team Steuerbord
Die Einteilung erfolgt direkt vor Ort im Studio und nicht anhand der Kabinenlage. Es spielt also keine Rolle, auf welcher Schiffsseite eure Kabine liegt. Das Entertainment-Team teilt die Gäste spontan nach Sitzbereichen ein. Der Fokus der Show liegt klar auf Quizfragen und Schätzfragen — klassische Aktions- oder Bühnenspiele gibt es in diesem Format nicht.
So läuft es typischerweise ab:
- Das Publikum erhält eine Frage (Wissens- oder Schätzfrage).
- Die Gäste geben ihre Antwort über das Bordportal auf dem Smartphone ab.
- Für jedes Team wird ein Teamkapitän ausgewählt.
- Der Teamkapitän gibt die offizielle Teamantwort ab.
Im Idealfall gilt:
- Die Antwort des Kapitäns ist richtig
- Und sie entspricht der Mehrheit seines Teams
Je besser beides zusammenpasst, desto mehr Punkte kann das Team sammeln.
Den Tag ließ ich schließlich nach einer ausgelassenen Runde an der Bar gemütlich ausklingen. Gegen 00:30 Uhr zog es mich, bevor ich ins Bett ging, noch einmal nach draußen zu einem kleinen Rundgang über die Außendecks des Schiffes. Dabei war ich doch etwas überrascht, dass es trotz unserer inzwischen bereits deutlich südlicheren Lage noch immer so lange hell war.


Tag 12 – Stavanger


Hallo Norwegen! Nach dem eher gruseligen Wetter am gestrigen Seetag spielte das Wetter heute wieder voll und ganz mit. Stavanger begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und besten Bedingungen für unseren letzten Hafen dieser Reise.
Wie bereits im Beitrag Norwegens Fjorde mit AIDAperla geschrieben, liegt AIDA in Stavanger sehr zentral. Es empfiehlt sich daher, die Stadt individuell zu erkunden und durch die gemütlichen Gassen zu schlendern. Besonders die historische Altstadt Gamle Stavanger mit ihren liebevoll erhaltenen weißen Holzhäusern ist absolut sehenswert. Mehr dazu und weitere Ausflugsmöglichkeiten könnt ihr im entsprechenden Beitrag nachlesen.
Da wir Stavanger bereits gut kannten, hatten wir uns dieses Mal für etwas mehr Action entschieden: eine Schnellboot-Tour durch den Lysefjord. Direkt am Hafen wurden wir vom Veranstalter mit Overalls ausgestattet, bevor es mit dem RIB-Boot hinaus aufs Wasser ging. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h rasten wir über das Wasser in Richtung Lysefjord.
Im Lysefjord angekommen, zeigte sich schnell, warum dieser Fjord zu den bekanntesten Naturwundern Norwegens zählt. Die steilen, fast senkrecht aufragenden Felswände ragen hunderte Meter aus dem Wasser und lassen das Boot im Vergleich winzig wirken.


Ein erstes Highlight war der Blick auf den Preikestolen, die berühmte Felskanzel, die sich rund 604 Meter über den Fjord erhebt. Vom Wasser aus wirkt die massive Plattform noch eindrucksvoller und gleichzeitig beinahe unwirklich in der klaren Fjordlandschaft.

Weiter ging es zu kleineren, versteckten Buchten, in denen unser Guide spannende Geschichten erzählte – unter anderem über die sogenannte Vagabundenhöhle, die früher als Versteck in der abgelegenen Fjordregion diente. Auch mehrere Wasserfälle säumten unsere Route, die teilweise direkt von den Felswänden in den Fjord stürzen und beim Vorbeifahren eine feine Gischt über das Boot legen.







Schließlich drehten wir wieder um und fuhren zurück nach Stavanger. Wir schlenderten noch ein wenig durch die Stadt bevor wir uns wieder an Bord zum Abendessen begaben. Um 21 Uhr verließen wir wieder den Hafen von Stavanger und nahmen Kurs auf den letzten Hafen unserer Reise Eidfjord. Das vorletzte Auslaufen wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und genossen es entspannt mit einem Cocktail in der Hand an Deck




Tag 13 – Eidfjord

Mittlerweile hatten wir den letzten Hafen unserer Reise erreicht und so langsam machten sich auch wieder die ersten Gedanken an den Alltag bemerkbar. Nichtsdestotrotz ging es noch einmal auf eigene Faust los, um diesen kleinen, aber sehr schönen Ort zu erkunden. Geschichtlich ist Eidfjord eng mit dem Leben am Fjord verbunden. Schon seit Jahrhunderten lebten hier Menschen von Landwirtschaft, Schafzucht und etwas Fischerei, stark geprägt durch die abgeschiedene Lage und den Fjord als wichtigste Verkehrsverbindung. Später gewann die Region durch die Nutzung der Wasserkraft an Bedeutung, da die vielen Flüsse und Wasserfälle ideale Voraussetzungen boten. Heute ist Eidfjord vor allem ein kleiner, aber beliebter Ausgangspunkt für Touristen, die die beeindruckende Natur des Hardangerfjords und den nahegelegenen Vøringsfossen entdecken möchten. In Eidfjord gibt es einige organisierte Ausflüge, wie auch den von mir in Beitrag Norwegens Fjorde mit AIDAperla erwähnten. Dieses Mal wollte ich mir den Ort selbst genauer anschauen und stieg dafür in den kleinen Bimmelzug, den sogenannten „Trolltog“. Für rund 20 € bekommt man hier eine gemütliche Rundfahrt durch den Ort und die umliegende Landschaft.




Anschließend spazierte ich noch ein wenig zu Fuß durch den Ort und genoss die ruhige Atmosphäre in Eidfjord. An einer passenden Stelle hielt ich kurz an und ließ sogar noch die Füße ins Wasser hängen. Danach machte ich mich auf dem Weg zum Eidfjord Rahmen wo ich ein paar Fotos schoss wie ihr bereits gesehen habt. Egal wohin man hier geht, überall begegnet einem diese beeindruckende Naturkulisse. Fjorde, egal ob isländische oder norwegische, bleiben für mich einfach faszinierend schön. Diese Mischung aus steilen Bergen, ruhigem Wasser und dieser besonderen Atmosphäre ist etwas, das man so schnell nicht vergisst und ich würde sie jederzeit wieder besuchen.




Am Rückweg zum Schiff stellte ich fest, dass man hier tatsächlich direkt am Hafen bzw. in unmittelbarer Nähe des Schiffs schwimmen gehen darf. Hm… vielleicht hätte ich einfach schwimmen sollen, statt zurückzugehen – wäre vermutlich sogar schneller gewesen. 😄Obwohl die Kulisse ja mehr als einladend ist konnte ich mich aufgrund der Wassertemperatur nicht überwinden aber Schwimmen im Eidfjord kommt auf meine Bucketlist!


Und so ging schließlich auch der letzte Landgang zu Ende. Gegen 19:30 Uhr mussten wir uns von Eidfjord verabschieden und damit begann nun endgültig die Rückreise Richtung Heimat. Ein kleiner Trost blieb jedoch: Die Ausfahrt durch den beeindruckenden Hardangerfjord war noch einmal ein echtes Highlight. Vorbei an der faszinierenden Fjordlandschaft und schließlich unter der imposanten Hardangerbrücke hindurch genossen wir die letzten Stunden in Norwegens einzigartiger Naturkulisse. Ein würdiger Abschied, bevor die Reise langsam ihrem Ende entgegengeht.




Tag 14 – Auf dem Weg nach Hamburg
Ein letzter Tag auf See. Immerhin eine gute Gelegenheit, die Koffer zu packen und die bevorstehende Abreise langsam zu akzeptieren. Gleichzeitig nutzten wir noch einmal alle Annehmlichkeiten des Schiffes in vollen Zügen. Dank des guten Wetters konnten wir die Außenbereiche und die Pools ein letztes Mal ausgiebig genießen. Auch sämtliche Aktivitäten an Bord, wie Volleyball und andere Freizeitangebote konnten wie geplant stattfinden. Natürlich durfte eine Runde an meiner Lieblingsbar, dieser Reise der „Beach Bar“ auf Deck 11, nicht fehlen. Die Beach Bar war diesmal meine absolute Lieblingsbar an Bord. Warum? Ganz einfach: Hier gab es jederzeit Glühwein – vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnlich für eine Reise nach Island im Juni, aber gleichzeitig überraschend passend und vor allem richtig lecker. Dazu kam eine durchgehend top motivierte Bar-Crew, die sich immer wieder gerne mit mir unterhalten hat und mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Genau diese kleinen Begegnungen haben die Bar für mich zu einem besonderen Wohlfühlort während der Reise gemacht.


Am Nachmittag gönnte ich mir noch meine kostenlose Massage, die man ab der Clubstufe Smile bei Reisen ab 14 Tagen erhält. Eine willkommene Entspannung, um zuhause wieder erholt und einsatzbereit in den Alltag zurückzukehren.
Zum Abendessen stand dann traditionell der Farewell-Themenabend auf dem Programm. Passend zum Abschied wurde noch einmal eine besondere Auswahl an Speisen serviert. Natürlich durfte dabei auch die beliebte Farewell-Torte nicht fehlen, die für viele Gäste zu den festen Ritualen am letzten Abend einer AIDA – Kreuzfahrt gehört.

Abends gab es dann wie üblich die Verabschiedung mit Sektbuffet mit Entertainment Manager und Hotel Direktor, die die ein oder andere lustige Anekdote mit dabei hatten. Unter anderem wurde auch die Ausschiffung am nächsten Morgen erklärt. Wer das Schiff ab 9 Uhr verlassen wollte, sollte seinen Koffer am Abend vor die Kabinentür stellen. Mit einem Augenzwinkern wurde anschließend ergänzt: Wenn man das getan habe, solle man sich auf das Bett setzen und zur Tür schauen. Wenn der Koffer dann noch zu sehen sei, habe man ihn wohl auf die falsche Seite der Tür gestellt. 😂
Tag 15 – Hamburg – Auf AIDAsehen!
Bereits gegen 7 Uhr erreichten wir wieder das Altona Cruise Terminal in Hamburg. Nun hieß es eigentlich, Abschied von dem wunderschönen Kussmundschiff AIDAsol zu nehmen. Naja – für uns noch nicht ganz. Dank unserer Clubstufe Smile durften wir den kostenfreien Late Check-out nutzen und noch bis etwa 13 Uhr an Bord bleiben. Dieser Vorteil ist wirklich einer der schönsten Clubvorteile. So konnten wir ganz entspannt gegen 9 Uhr unsere Kabine räumen, ohne in Hektik zu verfallen. Anschließend ließen wir uns das Frühstück in aller Ruhe schmecken und suchten uns danach im Theatrium ein gemütliches Plätzchen, um die letzten Stunden an Bord noch ein wenig zu genießen. Die Kellner versorgten uns weiterhin mit leckeren Cocktails und erfrischenden Getränken, sodass die entspannte Urlaubsstimmung noch etwas länger anhielt.
Bevor es schließlich endgültig Zeit wurde „auf AIDAsehen“ zu sagen, stärkten wir uns noch einmal bei einem letzten Mittagessen im Markt Restaurant. Erst danach hieß es wirklich Abschied nehmen – mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck und der Vorfreude auf die nächste Kreuzfahrt mit AIDA.
Fazit
Diese Reise zählt ohne Zweifel zu den schönsten, die ich bisher unternommen habe, und wohl auch zu denjenigen, die ich am meisten genossen habe. Die beeindruckende Natur Islands hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und immer wieder sprachlos gemacht. Gewaltige Wasserfälle, raue Küstenlandschaften und die einzigartige Atmosphäre dieser Insel werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Mein persönliches Highlight war der Dynjandi-Wasserfall in Ísafjörður. Die Schönheit und Ursprünglichkeit der Westfjorde machten diesen Tag für mich zum absoluten Höhepunkt der Reise. Auch an Bord der AIDAsol fühlte ich mich rundum wohl. Ich kann die Reise allen naturbegeisterten nur wärmstens empfehlen. Ich würde die Reise jedenfalls jederzeit wieder buchen.
Kostenpunkt
Der Reisepreis lag insgesamt bei etwa 2.400 Euro pro Person im damaligen VARIO ALL IN Tarif, der heute dem Classic ALL IN Tarif entspricht. Ursprünglich hatten wir eine Innenkabine zum Preis von 1.939 Euro pro Person gebucht. Etwa eine Woche vor Reisebeginn bot sich jedoch die Möglichkeit, ein Upgrade auf eine Balkonkabine vorzunehmen. Für einen Aufpreis von 449 Euro pro Person entschieden wir uns dafür – eine Entscheidung, die wir keine Sekunde bereut haben. Gerade auf einer Reise durch die faszinierenden Landschaften Islands war der eigene Balkon ein echter Mehrwert und machte das Reiseerlebnis noch einmal besonderer.
Am Ende bleibt vor allem eines: die Dankbarkeit für unvergessliche Erlebnisse, wunderschöne Momente und die Gewissheit, dass dies sicherlich nicht unsere letzte Reise in den hohen Norden gewesen ist. Manchmal sind es genau diese Reisen, die einem noch lange nach der Rückkehr ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Bis zum nächsten Mal – AIDAsehen! 🚢💙
1 Kommentar
Hans G. Schütz · 16. Juni 2026 um 22:36
Beeindruckende Fotos und ein sehr interessanter Artikel! Die Reise muss in der Tat großartig gewesen sein! 😎