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Im Herbst 2022 starteten wir zu einer 10-tägigen Kreuzfahrt durch die atemberaubenden Fjorde Norwegens. Unsere Reise führte uns von der deutschen Küste tief hinein in die norwegische Fjordlandschaft, vorbei an malerischen Städten und spektakulären Naturkulissen.

Unsere Route:
Hamburg – Haugesund – Hellesylt & Geiranger Fjord – Åndalsnes & Molde – Trondheim – Ålesund – Eidfjord – Stavanger / Lysefjord – Hamburg

Auf unserer Reise hatten wir an manchen Tagen gleich zwei Häfen, wie Hellesylt und den Geirangerfjord oder Åndalsnes und Molde. So konnten wir nicht nur die Küstenstädte, sondern auch die beeindruckende Natur der Fjorde intensiv erleben.

An diesen Tagen gab es für die Gäste die Möglichkeit, ganztägige Ausflüge zu unternehmen, die direkt zum nächsten Hafen führten. So konnten beispielsweise die Radtour von Hellesylt nach Geiranger oder die Fahrt mit der Rauma-Bahn von Åndalsnes nach Molde bei AIDA gebucht werden.

Auch ein individueller Landgang mit Wiederaufstieg am Nachmittag/Abend im nächsten Hafen war möglich, musste jedoch vorab bei der Rezeption angemeldet werden.

Tag 1 – Hamburg – Anreise und Einschiffung

Ende September 2022 machte ich erneut ein Wunschzielgebiet unsicher. Für mich ging es per Flugzeug nach Hamburg. Von dort aus fuhr ich mit den Öffis zum Hauptbahnhof, wo ich mein Gepäck bereits bequem bei AIDA abgeben durfte. Anschließend ging es vom ZOB mit dem vorgebuchten AIDA-Shuttle in Richtung Cruise Center Steinwerder – zur AIDAperla. Die Anreisemöglichkeiten zum Cruise Center Steinwerder sind nach wie vor etwas eingeschränkt, da das Terminal auf der südlichen Elbseite im Hafengebiet liegt und nicht direkt an das U- oder S-Bahn-Netz angeschlossen ist.

Am komfortabelsten ist nach wie vor der AIDA-Shuttle ab dem ZOB am Hamburger Hauptbahnhof, der direkt bis zum Terminal fährt. Die Fahrt dauert rund 30–40 Minuten, je nach Verkehr. Alternativ bieten sich Taxis oder private Transfers an – vom Hauptbahnhof oder Flughafen Hamburg dauert die Fahrt etwa 25–35 Minuten.

Für Individualreisende gibt es auch die Buslinie 256, die den Bereich Steinwerder bedient. Allerdings gilt:

  • Montag bis Freitag: Haltestelle direkt am Kreuzfahrtterminal wird nicht bedient
  • Samstag: Abfahrten am Kreuzfahrtterminal Steinwerder um 6:35, 7:16, 8:16, 12:16, 13:06, 14:06, 15:16, 16:16, 17:16 und 18:01 Uhr
  • Sonntag: Abfahrten um 10:16, 17:16 und 18:01 Uhr

Damit ist die Linie eher eine optionale Alternative, vor allem am Wochenende, während sie an Wochentagen keine Verbindung darstellt.

Für Gäste, die etwas mehr Zeit mitbringen, ist auch die HADAG-Fähre Linie 73 (im ÖPNV Ticket enthalten) eine schöne Möglichkeit. Sie fährt von den Landungsbrücken zur Argentinienbrücke in Steinwerder, von wo aus man das Terminal nach einem Fußweg von etwa 20 Minuten (ca. 1,5 km) erreicht. Die Überfahrt ist mit größerem Gepäck jedoch nicht zu empfehlen. Wer die Fähre nimmt, sollte also sein Gepäck am HBF vorher bei AIDA abgeben.

Wer möchte, kann den Alten Elbtunnel nutzen – ein historisches Hamburger Wahrzeichen, das kostenlos und rund um die Uhr zu Fuß oder mit dem Fahrrad begehbar ist. Für Passagiere mit Gepäck ist der Weg zum Terminal jedoch recht weit.

Autofahrer finden direkt am Terminal Parkplätze und Gepäckservice, etwa über Anbieter wie Parken & Meer oder Cruise Gate Hamburg Parking. Die Preise für das Parken direkt am Cruise Center Steinwerder sind sehr happig, daher empfiehlt es sich tatsächlich, den AIDA-Shuttle ab dem ZOB zu nutzen oder – falls man Bekannte in Hamburg hat – sich bringen zu lassen, um die Kosten zu sparen.

Für mich war es bereits die fünfte Kreuzfahrt des Jahres 2022 und zugleich die zweite Reise mit der AIDAperla. Unsere Kabine auf dieser Reise die 12255 eine Verandakabine (Standard). Diese Reise hat uns damals ca 1500 € p.P. im VARIO All inclusive Tarif gekostet. Wer mehr über die neuen Tarife wissen möchte, schaut hier vorbei Neue Tarife bei AIDA ab 15.7.2025.

Pünktlich um 18 Uhr hieß es dann Leinen los – bis in 10 Tagen Hamburg. Wir als echte AIDA-Kenner ließen uns das Auslaufen bei bestem Wetter ganz vorne am Bug in der Spray Bar nicht entgehen. Dieser Spot ist wirklich ein secret Spot, den vor allem zu Reisebeginn viele Gäste noch nicht kennen. Im Laufe der Reise verrät der Entertainment-Manager diesen Ort gern einmal per Durchsage, daher meine Empfehlung: direkt in den ersten Tagen dort das Auslaufen genießen, bevor es im späteren Reiseverlauf zu voll wird.

Das schöne Plätzchen findet ihr wie folgt: Geht auf Deck 6 nach vorne, zur AIDA Plaza, dort geht ihr durch das Nightfly hindurch in die Spray Bar – eine Bar im komplett weißen Champagner-Design. Dort nehmt ihr die Treppe nach oben, und von diesem Punkt aus kann man in der Regel ab etwa 30 Minuten vor dem Auslaufen nach draußen gehen.

Der Außenbereich wird in der Regel etwa 30 Minuten nach dem Auslaufen wieder geschlossen bzw. gesperrt, daher lohnt es sich, rechtzeitig dort zu sein. Getränkeservice wird sowohl in der Spray Bar selbst als auch auf dem Plätzchen draußen wie gewohnt angeboten. Die Spray Bar serviert neben Champagner in der Regel auch die normale AIDA-Barkarte, sodass ihr eure Lieblingsdrinks genießen könnt. Für flugzeuginteressierte Gäste empfehle ich immer gern, das Auslaufen in Hamburg etwas länger zu genießen. Während der Ausfahrt passiert man nämlich das Airbus-Gelände bzw. den Flughafen Hamburg-Finkenwerder (ICAO: EDHI) – ein echter Leckerbissen für Aviation-Fans.

Tag 2 – Auf dem Weg nach Haugesund

Bei eher bescheidenem Wetter ging es durch die Nordsee, bei dennoch noch angenehmem Seegang von bis zu etwa 2 Metern. Ein Tag an Bord bot die Gelegenheit, das Schiff weiter zu erkunden und die Vorzüge in vollen Zügen zu genießen.

Die Außendecks waren jedoch leider immer wieder teilweise gesperrt wegen stärkerem Wind, sodass wir den Tag größtenteils indoor verbrachten – im Four Elements, in den Pools, auf den Rutschen, im Beach Club oder beim Schlendern von einer Bar zur nächsten. Aktivitäten wie Volleyball und Shuffleboard mussten heute größtenteils ausfallen.

Shuffleboard ist ein Spiel, bei dem man mit einem Stock kleine Scheiben über ein glattes Spielfeld schiebt, um Punkte zu erzielen – ähnlich wie eine Mischung aus Curling und Boccia, nur an Bord auf einem langen, schmalen Deck.

Eine kurze Sonnenlücke nutzten wir jedoch, um das klassische Heckwellen-Foto zu machen. Zu unserem Glück begann kurz darauf auch die Nachmittagssrunde Shuffleboard. Dennoch blieb es heute eher windig und größtenteils nass, sodass es draußen eher unangenehm war.

Tag 3 – Haugesund

In Haugesund wollten wir die Stadt zunächst individuell erkunden, ohne einen gebuchten Ausflug zu nutzen. Vom Kreuzfahrterminal aus ist es nur ein kurzer Fußweg von etwa 1 Kilometer ins Stadtzentrum, der in rund 15 Minuten zu bewältigen ist. Der Weg führt über die Risøybrücke, die einen schönen Blick auf den Fluss Smedasundet und das Stadtbild bietet.

Nach einer kleinen Spaziergangrunde rund um das Hafengelände entschieden wir uns spontan, das Angebot des City Trains direkt am Terminal wahrzunehmen. Die Rundfahrt dauert etwa 70 Minuten und führt entlang historischer Gebäude, vorbei an Sehenswürdigkeiten wie der Vår Frelsers Kirke und dem Haraldshaugen-Denkmal, inklusive eines kurzen Fotostopps.

Die Audioführung ist in mehreren Sprachen verfügbar, darunter Deutsch, Englisch und Norwegisch. Tickets können direkt am Terminal oder online erworben werden, die Preise liegen 2025 bei 350 NOK für Erwachsene, 170 NOK für Kinder bis 15 Jahre und 850 NOK für ein Familienticket (2 Erwachsene + 2 Kinder). Zum aktuellen Wechselkurs von etwa 1 NOK = 0,085 EUR (Stand: Oktober 2025) entsprechen die Preise ungefähr:

  • Erwachsene: ca. 30 EUR
  • Kinder (bis 15 Jahre): ca. 15 EUR
  • Familienticket (2 Erwachsene + 2 Kinder): ca. 72 EUR

Die Fahrt mit dem City Train ist eine entspannte Möglichkeit, die Stadt in angenehmem Tempo kennenzulernen, ideal für alle, die einen ersten Überblick über Haugesund gewinnen möchten oder nicht viel zu Fuß gehen wollen.

Hinweis zur Bezahlung in Norwegen:

In den nordischen Ländern wird sehr viel auf Kartenzahlung gesetzt. Es empfiehlt sich daher, eine Kreditkarte ohne Wechselgebühr zu haben, um zusätzliche Kosten zu vermeiden und bequem bezahlen zu können.

Am Abend hieß es schließlich: Tschüss Haugesund! Leinen los – das nächste Ziel wartet schon. Kurs geht in Richtung eines echten Weltnaturerbes: dem Geirangerfjord. Zunächst steht am kommenden Tag ein kurzer Halt in Hellesylt auf dem Plan, bevor es weiter nach Geiranger geht. Doch bevor wir Norwegens spektakuläre Fjordlandschaften erreichen, hieß es erst einmal Abschied nehmen – und das Auslaufen bot noch einige ganz besondere Momente


Etwa eine Stunde nach dem Auslaufen meldete sich der Kapitän mit einer Durchsage: Aufgrund des Wetters könne man die notwendige Geschwindigkeit nicht halten, um Hellesylt rechtzeitig zu erreichen. Daher müsse der Stopp dort leider entfallen, um dennoch pünktlich in Geiranger anzukommen.

Als kleinen Trost erklärte der Kapitän, dass dadurch die gesamte Fjordpassage für alle Gäste sichtbar sein werde – da man nun erst mit rund drei Stunden Verspätung in den Geirangerfjord einfahren werde, also gegen 9:00 Uhr. Zusätzlich kündigte er an, die Passage persönlich zu moderieren und interessante Informationen rund um den Fjord und die Umgebung zu erzählen. Immerhin ging so nur der kurze Halt in Hellesylt verloren – alles andere bleibt planmäßig bestehen.

Unser Abendessen genossen wir heute dank der Clubstufe – früher „Grün“, heute „Smile“ – kostenfrei im Buffalo Steakhouse. Früher gab es den À‑la‑carte-Gutschein für das Clubmitglied plus eine Begleitperson aus derselben Kabine, heute gibt es ihn leider nur noch für das Clubmitglied selbst und nur ab einer Reiselänge von mind. 14 Tagen.

Am nächsten Morgen wachten wir mit diesem wunderschönen Ausblick auf – bereits gegen 8:30 Uhr. Über den Bergen hingen noch einige Wolken, und die Sonne kämpfte sich langsam hindurch, wodurch das Licht eine ganz besondere Stimmung schuf. Wir wollten noch frühstücken, bevor die eigentliche Fjordpassage begann, und genossen dabei schon die ersten eindrucksvollen Blicke auf die Fjord Landschaft.

Während der Fahrt durch den Geirangerfjord gab es unzählige Wasserfälle zu sehen – manche dünn wie silberne Fäden, andere richtig kraftvoll. Der Kapitän moderierte die Passage von der Brücke aus und erzählte immer wieder kleine Geschichten und Legenden, unter anderem über die berühmten „Sieben Schwestern“ (links unten im Bild zu sehen).

Manchmal musste man sich richtig sputen, um alles mitzubekommen: „Jetzt auf Backbord, da sieht man es!“ – und kaum hatte man hingeschaut, kam schon: „Jetzt auf Steuerbord, da gibt es noch etwas zu sehen!“ 😄 So konnte man fast schon das Gefühl bekommen, man müsse rennen, um nichts zu verpassen.

Die Sieben Schwestern selbst – eine Gruppe von sieben Wasserfällen, die sich über eine Felswand ziehen – waren tatsächlich auf unseren Fotos zu erkennen. Mit etwas Fantasie konnte man in den Felsen sogar die berühmten Gesichter erkennen. Der Kapitän witzelte, dass man dafür wohl einen kleinen Schuss Alkohol bräuchte – den hatte er auf der Brücke natürlich nicht.

Die Sonne kämpfte sich durch die Wolken, das Wasser glitzerte leicht, und die steilen Felswände ragten beeindruckend empor – ein unvergesslicher Moment, bei dem man fast vergessen konnte, die Kamera wieder aus der Hand zu legen.

Schließlich erreichten wir Geiranger gegen 11 Uhr und machten am Seawalk fest. Über die schwimmende Gangway ging es direkt vom Schiff ans Land anstatt zu tendern wie in den Reiseunterlagen angegeben. Heute haben wir uns für den Hop-on-Hop-off-Bus in Geiranger entschieden – die wohl entspannteste Art, diesen traumhaften Fjord zu entdecken. Schon am Anleger wartete der rote Doppeldecker auf uns, und kaum waren wir oben, öffnete sich der Blick auf pure Natur. Grün, soweit das Auge reicht, Wasserfälle stürzen die Felsen hinab, und über allem liegt diese norwegische Ruhe, die man einfach fühlen muss.

Unser erster Stopp war das Norwegian Fjord Centre, wo man richtig eintauchen kann in die Geschichte und Entstehung dieser beeindruckenden Landschaft. Danach ging es weiter zur Westerås Farm – ein kleiner Bauernhof mit unglaublicher Aussicht und ganz viel Fjord-Idylle. Ziegen, Wiesen, frische Luft – genau das, was man hier erwartet und doch überrascht, wie schön es wirklich ist.

Der krönende Abschluss war dann der Aussichtspunkt Flydalsjuvet. Von dort oben wirkt Geiranger fast unwirklich – das kleine Dorf, die Kreuzfahrtschiffe wie Spielzeug im Wasser und ringsum steile Berge, die in den Himmel wachsen. Dieser Moment war einfach magisch.

Wir sind am Rückweg nur bis zum Fjord Centre gefahren und von dort den Waterfall Walk entlang des Storfossen hinunter ins Tal gegangen. Der Weg schlängelt sich über kleine Stufen und Brücken direkt am Wasser entlang. Der Abstieg dauert etwa 15 Minuten – es sei denn, man bleibt wie ich alle paar Meter für ein Foto stehen. Immer wieder zeigen sich kleinere Kaskaden, die über moosbewachsene Felsen plätschern, und kleine Wasserfälle, die sich ihren Weg ins Tal suchen. Auf mehreren Aussichtsplattformen öffnen sich immer wieder wunderschöne Blicke auf Geiranger, den Fjord und die umliegenden Berge.

Das Rauschen begleitet einen die ganze Zeit, und zusammen mit dem satten Grün ringsum entsteht eine unglaublich friedliche Atmosphäre. Unten angekommen, liegt das Dorf wieder vor einem – mit dem Schiff im Hafen als größtes „Gebäude“ im Geirangerfjord.

Der Hop-on-Hop-off-Bus war für uns perfekt: stressfrei, flexibel und mit jeder Menge Wow-Momente. Ein Tag voller Natur, frischer Luft und traumhafter Ausblicke – genauso, wie man sich Norwegen vorstellt. So endet unser Landgang mit einer kleinen Shooting Session der AIDAperla im Geirangerfjord.

Am Ende des Waterfall Walks, unten am Fjord, sind es nur noch wenige Minuten Gehweg zurück zum Schiff. Einige Bänke laden hier jedoch dazu ein, noch ein wenig zu verweilen, die AIDAperla im Fjord zu bestaunen und den Blick über diesen einzigartigen Ort und das Wasser schweifen zu lassen.

Den restlichen Nachmittag und Abend ließen wir gemütlich an einer der Außenbars ausklingen – zum Beispiel im 5. Element oder in der Lanai Bar. Bequeme Sitzgelegenheiten, warme Decken und der Sonnenuntergang über dem Fjord luden dazu ein, diesen besonderen Moment in vollen Zügen zu genießen.
Pünktlich um 20 Uhr hieß es dann Abschied nehmen vom wunderschönen Geiranger, und die Reise führte uns weiter in Richtung Ålesund.

Tag 4 – Åndalsnes

Auch der nächste Tag begann mit einem absolut beeindruckenden Ausblick. Bereits gestern hatte mich Norwegen bzw. der Geirangerfjord viel mehr beeindruckt, als ich ursprünglich gedacht hätte – und dass dieses Staunen nun anhielt, machte es umso schöner. Ich hatte zwar öfter gehört, dass Norwegen sehr schön sein soll, aber so atemberaubend wie gestern in Geiranger und heute bei der Einfahrt nach Åndalsnes hatte ich es mir tatsächlich nicht vorgestellt. Ich war hochgespannt auf Åndalsnes und die weiteren Stopps der Reise.

Direkt am Hafen gibt es eine Gondel auf den Berg Nesaksla. Sicherlich eine gute Möglichkeit, einen schönen Ausblick zu genießen – allerdings zeigte sich das Wetter heute, wie man schon auf den Fotos der Einfahrt sehen konnte, eher mit tieferer Bewölkung und Nebel. Für uns war die Gondelfahrt mit über 90 € für Hin- und Rückfahrt zu zweit schlichtweg zu teuer. Heutzutage kostet eine Fahrt hinauf und wieder zurück 460 NOK pro Person (ca. 42 €).

Alternativ kann man auch zu Fuß auf den Berg wandern: Vom Stadtzentrum aus führt der Pfad „Romsdalstrappa“ in etwa 1,5 Stunden hinauf, von oben kann man dann entweder den gleichen Weg zurückgehen oder die Gondel hinunter nehmen.

Wir schlenderten stattdessen ein wenig durch die Stadt und schauten zum Bahnhof, um zu prüfen, ob man mit der Raumabane, der spektakulären Bahnlinie durch das Romsdalen-Tal, spontan fahren könnte. Vom Bahnhof Åndalsnes startet die Raumabane, eine landschaftlich spektakuläre Bahnlinie, die in touristischen Angeboten auch als „The Golden Train“ beworben wird. Die Strecke führt durch das Romsdalen-Tal bis nach Dombås und ist Teil einer historischen Route, auf der 1940 unter dramatischen Umständen Gold aus Oslo transportiert wurde. Für Ausflügler bietet sie atemberaubende Ausblicke auf Fjorde, Berge und Wasserfälle. Ein Roundtrip Ticket fängt hier bei 690 NOK pro Person an. Die nächste Abfahrt war allerdings deutlich später, sodass uns die mit der rechtzeitigen Rückkehr zum Schiff zu knapp wurde also setzten wir unseren Rundgang durch die Stadt fort.

Wie gefühlt in vielen kleinen Städten und Ortschaften Norwegens, ist Åndalsnes sehr ruhig. Die Gassen wirken beschaulich, nur durch die Ankunft des Kreuzfahrtschiffs wird der Ort spürbar belebter. Schließlich kehrten wir zurück zum Schiff. Von dort bot sich erneut eine gute Gelegenheit unsere Kussmundschönheit abzulichten.

Anschließend sicherten wir uns ein Plätzchen an der Lanai Bar, mit Heckwellenblick um später das Auslaufen genießen zu können. Wieder zieht ein schöner Landschaftsfilm an uns vorbei bis wir schließlich etwa 2 Stunden später wieder in Molde anlegten. Für den Nachmittag in Molde hatten wir einen Ausflug vorab gebucht über AIDA „Panoramafahrt zur Atlantik-Küstenstraße“.

Tag 4 – Molde

Die Stationen auf unsereren Ausflug in Molde:

  • Der Fischerort Bud
  • Atlantic Road (Atlanterhavsveien)
  • Rundweg auf Eldhusøya (Svevestien), Storseisund-Brücke

Unser erster Stopp auf dem Ausflug war der kleine Fischerort Bud. Hier hatten wir etwas Freizeit, um durch das Dorf zu schlendern und die schöne Küstenlandschaft zu genießen. Zwischen bunten Holzhäusern, Felsen und Wasser boten sich viele tolle Fotomotive – besonders im warmen Licht der Sonne. Kaum zu glauben, dass Bud im 16. Jahrhundert einer der bedeutendsten Handelsorte an der norwegischen Küste war. Heute erinnert nur noch die friedliche Ruhe des Ortes daran, wie lebendig es hier einst zuging. Von den Aussichtspunkten rund um Bud hat man zudem einen herrlichen Blick auf den Atlantik – ein perfekter Moment zum Durchatmen, bevor die Reise weiterging.

Die Atlantikstraße fuhren wir im Rahmen des Ausflugs natürlich ein gutes Stück entlang – ein wirklich beeindruckendes Erlebnis, bei dem sich Brücken, kleine Inseln und raue Küstenabschnitte ständig abwechseln. Auch die bekannte Storseisundbrücke überquerten wir dabei, jene geschwungene Brücke, die durch ihre außergewöhnliche Form und ihre optische Täuschung – als würde sie plötzlich im Nichts enden – weit über Norwegen hinaus bekannt wurde. Einen direkten Halt legten wir dort zwar nicht ein, doch vom nächsten Stopp aus bot sich ein umso schönerer Blick auf sie.

Ein besonders lohnender Halt an der Atlantikstraße ist die kleine Insel Eldhusøya, auf der sich der sogenannte „Svevestien“ – der schwebende Weg – befindet. Dieser rund 550 Meter lange Rundweg führt einmal um die Insel und bietet atemberaubende Ausblicke auf das offene Meer, die umliegenden Schären und natürlich auf die Atlantikstraße selbst – inklusive der Storseisundbrücke, die sich eindrucksvoll in die Landschaft einfügt und die auch als Drehort für den bekannten James-Bond-Film „No Time To Die“ diente.

Der Weg besteht aus einer Metallgitterkonstruktion, die auf Stelzen über dem felsigen Untergrund „schwebt“. So wird die empfindliche Küstennatur geschont, während Besucher sicher und komfortabel durch die raue Landschaft spazieren können. Besonders beeindruckend ist, dass man hier direkt die Kraft der Natur spürt: Gischt, Wind und das Rauschen der Wellen begleiten einen fast auf jedem Meter.

Entlang des Rundwegs sind Infotafeln angebracht, die diese Themen erläutern: die Baugeschichte der Atlantikstraße (Planung und schwere Baujahre 1983–1989, die wiederholten Stürme und technischen Herausforderungen), die konstruktiven Details des Svevestien (warum man einen erhöhten Metallsteg wählte, Schutz der Vegetation) sowie Hintergründe zur Nasjonale turistveger-Initiative (warum Norwegen Aussichtspunkte und Rastplätze architektonisch gestaltet). Außerdem geben Tafeln Hinweise zur Natur und den Witterungsverhältnissen vor Ort (Gezeiten, Wind, Flora und Fauna) und erklären, wie die Strecke heute als kombinierter Kultur- und Landschaftsraum genutzt wird.

Am Ende des Rundwegs befindet sich ein kleiner Rastplatz mit Café und Informationsgebäude, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Hier legten wir noch eine kleine Pause ein und genossen den Blick über das Meer und hinüber zur Storseisundbrücke bevor es Zeit war wieder zum Schiff zurückzufahren.

Auf dem Rückweg passierten wir noch das Hotel Scandic Seilet. Das Hotel wurde in den Jahren 2001/02 erbaut und 2002 eröffnet. Die Gestaltung des Gebäudes orientiert sich bewusst am berühmten Burj Al Arab in Dubai. Es wurde im Stil eines großen Segels konstruiert, integriert in die Fjordlandschaft von Molde. Mit fünfzehn Etagen bzw. rund 82 Metern Höhe ist es das höchste Gebäude in Molde.

Die Baukosten betrugen rund 40 Millionen US‑Dollar. Im Vergleich zum originalen Vorbild in Dubai, dem legendären Burj Al Arab, ist ein Zimmer im Scandic Seilet geradezu ein Schnäppchen: Während im Burj Al Arab die Preise für die kleinste Suite bei rund 1.500 € pro Nacht beginnen, kostete ein Standardzimmer im Scandic Seilet zu unserer Reisezeit etwa 80–90 € pro Nacht für zwei Personen

Zurück am Hafen erwartet uns bereits die schöne beleuchtete AIDAperla. Gleich heißt es wieder einmal Sail Away! – ein Moment, auf den wir uns jedes Mal freuen. Wir kamen relativ spät zurück und hatten natürlich schon ordentlich Hunger – aber das Auslaufen um 20:00 Uhr wollten wir auf keinen Fall verpassen! Also musste schnell ein kleiner Snack her, quasi zum „Überleben“ 😄. Eine Currywurst ging da natürlich immer.

Zurück auf der Kabine genießen wir diesen tollen Ausblick unmittelbar vorm Auslaufen vom eigenen Balkon aus. Die Lichter der Stadt spiegeln sich im Wasser, und in der Ferne versinkt die Sonne langsam hinter den Bergen am Ende des Fjords. Direkt gegenüber erhebt sich das markante Scandic Seilet Hotel, ein beeindruckender Blickfang in dieser friedlichen Abendstimmung. Ein perfekter Moment, um den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen und die Schönheit Norwegens noch einmal zu genießen.

Tag 5 – Trondheim

Unser Liegeplatz:

Nun war der nördlichste Punkt unserer Reise erreicht und tatsächlich auch schon Halbzeit. Trondheim ist nicht allzu klein sodass sich sofern man auf eigene Faust loszieht eine Mobilität in welcher Art auch immer empfiehlt. Wir entschieden uns für einen Tagespass beim E-Scooter Anbieter Voi. Deren Geschäftsgebiet geht bis zum Schiff so ist eine Ausleihe in Schiffsnähe unkompliziert möglich. Auch zu Fuß gibt es einige Ziele die gut zu erreichen sind. Mit dem E-Scooter ist man dann doch etwas schneller unterwegs kann auch etwas längere Distanzen zurücklegen. Auch Trondheim erwartet euch mit schönen Parks, Natur und wunderbaren Fotoobjektiven.

Als erstes machten wir uns auf den Weg Richtung Zentrum und den Hauptplatz Torvet. Die Straßen hier sind überwiegend Fußgängerzone, sodass man gemütlich schlendern kann. Immer wieder laden kleine Parks, Gärten und Sitzbereiche zum Verweilen ein, während man die Atmosphäre des Stadtzentrums genießt. Besonders ins Auge fallen die Statue von Olav Tryggvason auf dem Obelisken sowie die auffällige runde Zylinder-Bühne, die dem Platz ein modernes, künstlerisches Flair verleiht.

Rund um Torvet gibt es viel Historisches zu entdecken: Der Platz selbst war schon im Mittelalter ein Handels- und Versammlungsort, und die heutige Struktur geht auf den großen Stadtbrand von 1681 zurück, nach dem Trondheim neu geplant wurde.

Im Anschluss fuhren wir zum Nidarosdom. Ein paar Fakten:

  • Bedeutendstes Kirchenbauwerk Norwegens: Der Nidarosdom ist die nationale Kathedrale Norwegens und gilt als das wichtigste gotische Bauwerk des Landes.
  • Pilgerziel: Er wurde über dem Grab des heiligen Olav (Olav der Heilige) errichtet, des norwegischen Königs, der 1030 in der Schlacht von Stiklestad fiel. Seit dem Mittelalter ist die Kathedrale das Ziel des Olavswegs (Pilegrimsleden), eines bedeutenden Pilgerpfads.
  • Baubeginn: Um 1070 begonnen, wurde der Dom im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert, zerstört (u. a. durch Brände) und wieder aufgebaut.
  • Architektur: Der Stil ist überwiegend gotisch, mit beeindruckenden Skulpturen, einem kunstvollen Westportal und wunderschönen Glasfenstern.
  • Größte Kirche Skandinaviens: Mit einer Länge von rund 102 Metern ist der Nidarosdom das größte mittelalterliche Gebäude in Skandinavien.
  • Turmbesteigung: Besucher können den Westturm besteigen und den Blick über Trondheim genießen – besonders bei schönem Wetter lohnt sich das.

Als Nächstes ging es weiter zur alten Stadtbrücke, der Gamle Bybro. Sie gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen Trondheims und verbindet das historische Stadtzentrum mit dem Stadtteil Bakklandet. Die heutige Brücke stammt aus dem Jahr 1861, wurde aber mehrfach renoviert, um ihren ursprünglichen Charme zu bewahren. Besonders auffällig sind die roten Holzbögen und die filigranen Geländer, die ihr den Spitznamen „Lykkens Portal“ (Tor des Glücks) eingebracht haben. Früher diente die Brücke sowohl dem Fuß- als auch dem Wagenverkehr und spielte eine wichtige Rolle für den Handel über den Fluss Nidelva. Heute ist sie vor allem ein beliebter Spazierweg. Von der Brücke aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Fluss und die bunten Häuser von Bakklandet, die sich im Wasser spiegeln – ein Motiv, das sowohl Touristen als auch Einheimische immer wieder begeistert und fotografieren.

Unser nächster Stopp ist die Festung Kristiansten, die auf einer leichten Anhöhe über der Stadt liegt. Von dort aus hat man einen schönen Blick über Trondheim und zugleich laden die weitläufigen Grünflächen und Sitzgelegenheiten rund um die Festung dazu ein, kurz innezuhalten, die Sonne zu genießen und einfach das Panorama auf sich wirken zu lassen. Die Festung wurde 1681 nach einem großen Stadtbrand erbaut, um Trondheim gegen Angriffe zu schützen, insbesondere von Osten. Heute ist sie ein beliebter Ort für Spaziergänge, entspannte Pausen im Freien und Fotomotive, und man kann die alten Bastionen, Mauern und Kanonen besichtigen.

Wir fuhren weiter zum Yachthafen im Viertel Solsiden, dem modernen Teil von Trondheim am östlichen Ufer der Nidelva. Das Gebiet entstand auf ehemaligen Werft- und Industrieflächen, die in den 1990er Jahren umfassend umgestaltet wurden. Heute prägen moderne Wohn- und Bürogebäude, Restaurants am Wasser, Cafés und Grünflächen das Stadtbild. Der Yachthafen ist ein beliebter Anlaufpunkt für Freizeitboote, und die Uferpromenade lädt zu Spaziergängen, kurzen Pausen und zum Genießen des Blicks über das Wasser ein.

Am Rückweg zum Schiff fanden wir noch den perfekten Fotospot, um einmal mehr die AIDAperla abzulichten. Anschließend wollten wir spontan mit den Scootern in Richtung Skansen fahren. Dieses Gebiet westlich des Stadtzentrums liegt entlang der Uferpromenade und ist bekannt für seine Grünflächen, kleinen Marinas und den schönen Blick aufs Wasser. Leider reichte das Geschäftsgebiet von Voi nicht bis dorthin, sodass wir unseren kleinen Ausflug in diesem Fall nicht fortsetzen konnten.

Um 17:30 Uhr war es wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Wir nahmen Kurs auf Ålesund. In perfekter Abendstimmung, während die Sonne langsam unterging, erklang die Auslaufmusik und untermalte die letzten Momente im Hafen von Trondheim.

Tag 6 – Ålesund

Gegen 8 Uhr morgens machten wir pünktlich fest. Heute stand die Hop-on-Hop-off-Bustour durch Ålesund auf dem Plan. Es handelte sich nicht um den typischen Doppeldeckerbus, sondern um einen kleineren Bus mit maximal 20 Sitzplätzen, ausgestattet mit einem Audio-Guide. Der Bus verkehrte alle 45 Minuten an allen Haltestellen, und die angebotene Route wich etwas von den typischen Sightseeing-Routen ab.

Ålesund selbst ist vor allem für seine beeindruckende Architektur im Jugendstil bekannt. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1904 wurde die Stadt nahezu komplett neu aufgebaut – viele Gebäude erhielten ihre charakteristischen, kunstvoll verzierten Fassaden. Die Stadt liegt auf mehreren Inseln und bietet malerische Ausblicke auf den Fjord und die umliegenden Berge.

Die Bustour führte uns zu folgenden Stopps:

  • Aussichtspunkt Hausberg Aksala
  • Ålesund Kirche
  • Ålesund square
  • Ålesund Museum
  • Jugendstilviertel

Unsere zwei Favoriten auf der Tour waren eindeutig der Aussichtspunkt Hausberg Aksla und das Jugendstilviertel. An diesen beiden Stopps entschieden wir uns auszusteigen, um die Orte in Ruhe zu genießen.

Hausberg Aksla
Der Hausberg Aksla liegt auf einer kleinen Anhöhe direkt oberhalb von Ålesund und bietet einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt, die umliegenden Inseln und den Fjord. Der Berg ist über eine Treppe mit über 400 Stufen vom Stadtzentrum aus erreichbar, aber auch mit dem Bus gut zugänglich. Von hier lässt sich die einzigartige Insel- und Fjordlandschaft perfekt überblicken. Historisch war der Berg ein strategischer Aussichtspunkt, von dem man früher auf herannahende Schiffe achten konnte – heute ist er vor allem für Besucher ein Highlight, um die Stadt von oben zu fotografieren und zu genießen.

Jugendstilviertel
Nach dem verheerenden Brand von 1904 wurde Ålesund nahezu komplett neu aufgebaut – im damals modernen Jugendstil, der in Norwegen „Art Nouveau“ genannt wird. Das Viertel zeichnet sich durch kunstvoll verzierte Fassaden, Erker, Türmchen und geschwungene Formen aus. Ganz in der Nähe, am Platz Apotekertorget direkt am Brosundet, steht auch die kleine Statue „Fiskergutten“ – der Fischerjunge –, die stolz über das Wasser blickt und zu den bekannten Fotomotiven der Stadt gehört. Besonders beeindruckend ist die harmonische Farbgestaltung und die einzigartige Art der Häuser. Wir schlenderten durch die Straßen, bewunderten die Architektur und ließen uns von den Details der Fassaden begeistern. Am Ende unserer Besichtigung kehrten wir zu Fuß vom Jugendstilviertel zurück zum Schiff.

Tag 7 – Eidfjord

Guten Morgen Eidfjord! Mittlerweile geht es langsam wieder Richtung Hamburg – Stück für Stück. Heute stand Eidfjord auf dem Programm, ein wunderschöner Stopp, der immer wieder einen Halt wert ist. Die Ortschaft lädt dazu ein, gemütlich durch die Straßen zu schlendern, die Atmosphäre zu genießen und die Umgebung zu erkunden. Für diejenigen, die nicht so viel laufen möchten, gibt es einen Bummelzug, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung anfährt. Wer sich zu Fuß auf Entdeckungstour begibt, findet einige Möglichkeiten zum Baden – wobei man bei den Temperaturen im späten Sommer bzw. Herbst vorsichtig sein sollte: Das Wasser liegt im Oktober meist nur bei etwa 11–12 °C, also ziemlich frisch.

In unserem Fall wagten mitreisende Jugendliche tatsächlich den Sprung direkt am kleinen Steg hinter der AIDAprima ins Wasser. Der Anblick war sicher einzigartig! Allerdings waren sie, kaum dass sie drinnen waren, auch schon wieder draußen – angesichts der Wassertemperaturen absolut verständlich.

Unser Ausflug führte heute zunächst zum Sysendammen – auf den ersten Blick vielleicht nur ein großer Steinwall, doch dahinter steckt eine spannende Geschichte. Der Damm staut den Sysenvatnet, einen Stausee, der als Hauptreservoir für das Sy‑Sima Wasserkraftwerk dient. Hier wird die Energie des Wassers genutzt, um Strom für die Region zu erzeugen. Gleichzeitig reguliert der Damm auch den Wasserfluss zum nahegelegenen Vøringsfossen, einem der berühmtesten Wasserfälle Norwegens.

Rund um den Damm führt ein Rad- und Wanderweg, der es Besuchern ermöglicht, die beeindruckende Landschaft des Sysendalen (Tal) aus nächster Nähe zu erleben. So kann man die Kombination aus Technik, Geschichte und Natur hautnah genießen.

Weiter geht es zum Vøringsfossen, einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens. An diesem Tag präsentierte er sich mit Nebel und Dunst von seiner besonders mystischen Seite: Das Rauschen des Wassers, die feuchten Felsen und die steilen Abgründe erzeugten eine geheimnisvolle Stimmung.

Der Wasserfall stürzt insgesamt 182 Meter in die Tiefe, wobei die höchste ununterbrochene Freifallstrecke etwa 145 Meter beträgt. Er liegt im beeindruckenden Måbødalen-Tal, das von steilen Felswänden umgeben ist und eine wilde, dramatische Schluchtlandschaft bildet. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Vøringsfossen durch den Astronomen Christopher Hansteen bekannt, der damals versuchte, seine Höhe zu messen. Später entstand das Fossli Hotel am oberen Rand des Wasserfalls, das Wanderern und Besuchern eine tolle Aussicht bietet.

Heute gibt es gut gesicherte Aussichtspunkte und Wege, darunter eine spektakuläre Treppenbrücke über die Schlucht, die es erlaubt, die Wassermassen aus nächster Nähe zu beobachten. Besonders bei Nebel oder feuchter Luft wirkt der Wasserfall fast surreal – ein unvergessliches Naturerlebnis, das Kraft, Schönheit und Mystik zugleich vermittelt.

Tag 8 – Stavanger

Schließlich erreichten wir den letzten Stopp unserer Reise: Herzlich willkommen in Stavanger!
Ein paar grundlegende Informationen zur Stadt: Stavanger ist eine der ältesten Städte Norwegens und bekannt für ihre charmante Altstadt mit den weißen Holzhäusern, die zu den am besten erhaltenen in ganz Europa zählen. Außerdem spielt die Stadt eine wichtige Rolle in der norwegischen Erdölgeschichte daher auch ihr Spitzname „Ölhauptstadt Norwegens“.

In Stavanger liegt man mit dem Schiff direkt in der Stadt, sodass man wunderbar zu Fuß los ziehen kann. Die Stadt lädt mit typischen norwegischen Charme wie den klassischen Holzhäuschen zum Schlendern ein. Besonders einladend ist die Altstadt von Stavanger, „Gamle Stavanger“. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihre über 170 weiß gestrichenen Holzhäuser und die charmanten, engen Kopfsteinpflastergassen aus, sondern auch durch verschiedene historische Elemente, die überall im Viertel zu finden sind. Dazu gehören alte Kanonen, kleine Denkmäler und Statuen, die an die maritime Vergangenheit der Stadt erinnern.

Desweiteren gibt es tolle Ausflugsmöglichkeiten wie:

  • Wanderung auf dem Preikestolen
    Eine beliebte Wanderung, die mit einem spektakulären Ausblick über den Lysefjord belohnt wird. Das Felsplateau erhebt sich 604 m über dem Wasser und ist ein ikonisches Fotomotiv in der Region. Allerdings sollte man beachten, dass hier wirklich viele Besucher unterwegs sind – vor allem in der Hauptsaison geht es oft sehr voll zu.
  • Bootsfahrt durch den Lysefjord
    Eine Bootsfahrt durch einen der schönsten Fjorde Norwegens. Ich selbst habe diese Fahrt 2023 auf meiner Island-Kreuzfahrt erlebt – die atemberaubende Natur und die steilen Felswände machen den Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis.
  • Schwerter im Berg (Sverd i fjell)
    Ein Denkmal, das an die Schlacht von Hafrsfjord erinnert und aus drei monumentalen Schwertern besteht, die in den Felsen eingelassen sind. Es symbolisiert Frieden und Einheit nach dem Sieg.

Da wir noch etwas Bordguthaben übrig hatten, entschieden wir uns, den Hop-on-Hop-off-Bus über AIDA zu buchen. Nach einer kompletten Runde mussten wir jedoch feststellen, dass uns die Route und der Audio-Guide nicht wirklich überzeugten. Auch die Haltepunkte boten für uns persönlich wenig Interessantes. Deshalb stiegen wir am Anfangspunkt wieder aus und machten uns stattdessen mit VOI E-Scootern und einem Tagespass selbstständig auf den Weg durch die Stadt.

Ein VOI-Tagespass kostet in der Regel etwa 7–8 € pro Tag (der genaue Preis variiert je nach Stadt und wird immer in der lokalen Währung abgerechnet). Im Tagespass sind unlimitierte, kostenfreie Entsperrungen der Roller inkludiert sowie in der Regel 120 Freiminuten. Erst nach Verbrauch dieser Freiminuten wird jede weitere Minute zusätzlich berechnet. So konnten wir flexibel durch Stavanger cruisen und haben den Tag deutlich angenehmer und spontaner genossen.

Unser erster Stopp war nun der Stadtsee Breiavatnet. Der See ist umgeben von Grünflächen bevor dahinter Hotels und Hochhauser in die Luft ragen. Direkt am See findet man auch einen Pavillion sowie die Cathedral School.

Als nächstes durchquerten wir das Einkaufs- und Geschäftsviertel auf der Ostseite des Hafens. Die Straßen waren gemütlich, von alten, charmanten Holzhäusern gesäumt, viele davon beherbergten kleine Läden, Cafés und Boutiquen. Wir passierten den Valberget Utsiktspunkt, einen ehemaligen Feuerwachturm, von dem man einen herrlichen Blick über Stavanger, Hafen und die Altstadtdächer hat.

Weiter ging es auf der anderen Seite des Ostufer-Hügels hinunter, direkt zum Norwegian Petroleum Museum, dem markanten Ölmuseum am Hafen von Stavanger.Das Norwegian Petroleum Museum (Norsk Oljemuseum) am Hafen von Stavanger zeigt anschaulich die Geschichte und Technik der norwegischen Öl- und Gasindustrie. Das moderne Gebäude erinnert in seiner Architektur an eine Ölplattform und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Technikinteressierte und Familien.

Hier wendeten wir nun und machten uns auf den Weg zum Westufer. Unterwegs war es immer wieder sehr verlockend, anzuhalten und das ein oder andere nette Foto von den norwegischen Häusern zu schießen. Statt wieder über die Anhöhe zu fahren, fuhren wir zurück entlang des Wassers.

Anschließend setzten wir unseren Weg durch die Altstadt fort, deren verwinkelte Gassen und weißen Häuser sofort ins Auge fallen. Schließlich fuhren wir auf eine Anhöhe, wo sich der Bjergstedparken befindet. Hier genossen wir die Sonne, bestaunten das riesige Schachbrett im Park und bewunderten die Gebäude der Universität Stavanger, die die Anhöhe prägen. Auch die Kuppelhallen ist Teil dieser Anlage und verleiht dem Ort eine besondere Atmosphäre. Von hier aus hat man einen schönen Blick über die Umgebung, während man die Mischung aus Grünflächen, Architektur und Kunst im Park auf sich wirken lässt.

Anschließend fuhren wir noch ein Stück weiter, wo es immer ruhiger wurde. Die Straßen waren gesäumt von vielen Einfamilienhäusern, kleine Gassen schlängelten sich durch die Nachbarschaft, nur wenig Verkehr störte die Stille. Die ruhige Atmosphäre und das viele Grün machten den Abschnitt besonders angenehm, fast wie ein kleiner Rückzugsort vom Trubel der Stadt.

Langsam war es Zeit, sich wieder auf den Weg zum Schiff zu machen. Auf dem Rückweg passierten wir ein Viertel mit modernen Wohnhäusern, bevor wir abschließend am Stavanger Konserthus vorbeikamen, das mit seiner markanten Architektur noch einmal ins Auge fiel.

Nun war es soweit das letzte „sail away“ dieser Reise. Wir verließen den Hafen von Stavanger in der Abenddämmerung und es ging nun über einen Seetag zurück nach Hamburg.

Tag 9 – Auf dem Weg nach Hamburg

Ein letzter Seetag, bevor es wieder zurück in den Alltag geht. Doch davon merkten wir heute noch nichts – denn es stand nochmal etwas Besonderes auf dem Programm: die Kochschule „Fleisch“ im AIDA Kochstudio. Wir sahen zu, wie die verschiedensten Steaks zubereitet wurden. Zu Beginn durften wir ein Beef Tatar kosten, anschließend ging es weiter mit Rib Eye, Bisonfilet, Rinderfilet und schließlich Roastbeef. Auch wenn es von allem nur jeweils ein kleines Stück für jeden gab, war man danach eindeutig gut gesättigt. Während der Zubereitung erklärte uns der Souschef die einzelnen Schritte, wie man das perfekte Steak zubereitet, und gab Tipps und Tricks, die man zuhause direkt ausprobieren kann.

Nach diesem leckeren „Mittagessen“ blieb noch Zeit für den ein oder anderen Cocktail und eine Runde im Pool, bis wir schließlich doch unsere Koffer packen mussten. Am Abend genossen wir noch ein letztes Mal das Entertainment-Programm und applaudierten der Crew zum Abschied. Eine wirklich wundervolle Reise ging zu Ende. Die Crew arbeitet unermüdlich und ermöglicht all das – dafür habe ich meinen vollsten Respekt und freue mich auf die nächste Reise. Bereits zwischen 22 und 23 Uhr kam der erste Elb-Lotse an Bord, und so ging es über die Elbe hinein nach Hamburg.

Tag 10 – Hamburg

Nach einem letzten leckeren AIDA-Frühstück hieß es nun: Auf AIDAsehen! So ging es wieder zum Flughafen und schließlich zurück in meine Heimat nach Wien. Auch wenn man, wie ich, gerne noch das AIDA-Schlüsselband oder den AIDA-Koffertag etwas länger an behält, muss man sich irgendwann eingestehen, dass der Urlaub vorbei ist und der Alltag ruft.

Fazit

Für mich persönlich war es eine Reise, die mich sehr überrascht und beeindruckt hat. Früher habe ich mir solche Reisen öfter angeschaut und gedacht: „Ach, langweilig, da ist man ja ‚nur‘ in Norwegen.“ Doch ich persönlich finde es immer toll, in so kurzer Zeit viele verschiedene Länder zu besuchen.

Doch diese Reise gehört zu einer meiner schönsten Kreuzfahrten: Alleine beim Durchfahren der Fjorde gab es so viel zu sehen – die beeindruckende Natur, tosende Wasserfälle, steile Felsen und kleine idyllische Orte, die einfach atemberaubend wirken. So hätte ich das wirklich nicht erwartet. Als absolutes Highlight der Route muss für mich der Geirangerfjord gekrönt werden: der Hafen, der mich am tiefsten berührt und am meisten beeindruckt hat. Da muss ich definitiv noch einmal hin.

Alles in allem war es eine unvergessliche Reise voller atemberaubender Landschaften, spannender Erlebnisse und besonderer Momente an Bord. Ich nehme viele Erinnerungen mit nach Hause – und den festen Vorsatz, bald wieder neue Abenteuer auf dem Wasser zu erleben.

Danke, dass ihr an Bord wart! Ich freue mich auf eure Gedanken, Kommentare und Likes – und auf viele weitere Abenteuer auf See 👋🌊.

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2 Kommentare

Hans G. Schütz · 25. Dezember 2025 um 20:15

Woow! Die Fotos sprechen alleine schon für sich, und der Bericht untermalt es beeindruckend!
Auch hier bleibt nach der Lektüre das Fazit: man wäre gern mit an Bord gewesen! ☺

    Florian · 26. Dezember 2025 um 15:13

    Ganz lieben Dank! 😊 Es freut mich sehr, dass Fotos und Bericht dieses „Mit-an-Bord-Gefühl“ auslösen konnten. Norwegen ist einfach beeindruckend! 🇳🇴🚢

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